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Die offizielle Seite zum XVI. Bundestreffen der ältesten Schützenvereinigungen im DSB



 
 
 
 
 

 

Schützengilde der Stadt Uelzen von 1270 e.V.
Auf Uhlenköpers Spuren
Historisches entdecken
Uelzen im Zentrum der Lüneburger Heide lädt zu Entdeckungen ein: Eine rund 60-minütige Wanderung führt Sie in die Vergangenheit der mittel­alterlichen Stadt, in deren Gesicht sich die Spuren vielfältiger historischer Ereignisse wieder finden. Schon die Ursprünge Uelzens zeigen ein besonderes Selbstverständnis ihrer Bürger. Die Wurzeln der heutigen Stadt liegen in einer Siedlung im Umfeld eines Klosters des 10. Jahrhunderts, dessen Spuren sich im Ortsteil Oldenstadt finden lassen. Nach Unstimmigkeiten mit ihrem Grundherren, dem Bischof von Verden, zog ein Teil der Einwohner um 1250 kurzerhand an das Westufer der Ilmenau und gründete dort planvoll eine eigene Stadt, die 1270 mit allen dazugehörigen Rechten ausgestattet wurde.
Im Jahre 1374 wurde Uelzen Mitglied der Hanse und erlebte bis zum 17. Jahrhundert eine stetige wirtschaftliche Blüte, bis im Jahre 1646 eine Brandkatastrophe weite Teile der Stadt vollständig vernichtete. Zeugnis eines raschen und tatkräftigen Wiederaufbaus legen noch heute zahlreiche ansprechende Fachwerkfassaden dieser Zeit ab. Im Jahre 1826 zerstörte ein erneuter Stadtbrand Teile der östlichen Altstadt. Schmerzliche Lücken riss schließlich der zweite Weltkrieg. Das heutige nebeneinander gotischer Bauwerke, neuzeitlicher Fachwerkbauten und moderner Gebäude ist ein Spiegelbild dieser einschneidenden Entwicklungen.
Der Rundgang durch Uelzens Geschichte beginnt am Tourist- und Informationsbüro im neuen Rathaus an der Veerßer Straße, unmittelbar vor dem Stadtgraben, einem Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die auffällig breite Straßenführung erhielt ihr Gesicht durch die Tatsache, dass Uelzen über keinen eigentlichen Marktplatz verfügte und die T-förmig angelegten Hauptstraßen zugleich als Marktstraßen dienten. Auf der linken Seite der Veerßer Straße findet der Wanderer die gegliederte Fassade eines gotischen Backsteinhauses, das so genannte "Gildehaus" aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sein Giebel ist verziert mit glasierten Ziegeln und Rankenwerk und gibt einen Eindruck davon, wie zahlreiche Häuser in der Zeit vor dem großen Brand von 1646 in Uelzen ausgesehen haben.
Wenige Meter weiter führt der Weg links vorüber an der Südseite der goti­schen St.-Marien-Kirche mit der 1350 qestifteten Ellerndorfkapelle.
Der für die Große der Stadt beeindruckende gotische Bau entstand in drei Phasen zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert. Geweiht und zur Pfarrkirche erhoben wurde St. Marien bereits im Jahre 1292. Im Eingangsbereich, unter dem 82 m hohen Turm der Kirche, findet sich links in einer Wandnische das Wahrzeichen der Stadt, das "Goldene Schiff", das viele Rätsel hinsichtlich seiner Herkunft seines Alters und seiner einstigen Verwendung aufgibt. Wahrscheinlich handelt es sich um ein ehemaliges Reliquiar. Eine kleine Entdeckungsreise durch das Innere des Gotteshauses mit seinen sakralen Kunstschätzen sollte man nicht versäumen! Gerade gegenüber dem Haupteingang der Kirche liegt die Propstei mit ihrem Backstein­giebel, der in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand und dessen glasierte Backsteine an hellen Tagen in der Sonne leuchten.
Zur linken Seite hin fällt der Blick auf die Reste der einst über 1,3 km langen Stadtmauer. Links entlang geht es nun über den einstigen Kirchhof, auf dem jährlich der traditionelle Weinmarkt sowie der Weihnachtsmarkt stattfinden und der überschattet wird durch die Herzog-Ernst-Eiche, die an dieser Stelle im Jahre 1897 zur Erinnerung an den in Uelzen geborenen Landesherren, der die Reformation im Fürstentum Lüneburg einführte, gepflanzt wurde.
Hinter dem Chor von St. Marien findet man das Uhlenköperdenkmal. Das Geldstück in der Hand des Kaufmanns glänzt blank geputzt, weil viele Besucher es berühren, im Glauben, auf diese Weise immer genügend Geld in der Tasche zu haben. Hoch unter der Dachtraufe des Chores von St. Marien entdeckt der aufmerksame Betrachter ein einzigartiges Fries aus glasierten Terrakotten, das eine Marienkrönung im Kreise von Heiligen darstellt. Gegenüber liegend ragt der Gotische Backsteingiebel der heutigen Ratsweinhandlung, dem ehemaligen Tanz und Hochzeitshaus des Rates in den Himmel.
Vorbei an einem modernen Glockenspiel geht es wieder auf die Veerßer Straße zu. Auf der linken Seite erinnert an der Südfassade des Alten Rathauses ein Bronzerelief aus der Hand des Bildhauers Georg Münchbach an den Komponisten Friedrich Kuhlau, der 1786 in Uelzen geboren wurde und im Jahre 1832 als dänischer Hofkompositeur starb. Von der Veerßer Straße aus sieht man auf die Eingangsfront des Rathauses, einem im Kern gotischen Backsteinbau, der von 1789 bis 1790 spätbarock überformt wurde. Das Klassizistische Portal verweist auf die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1270.
In der Verlängerung der Veerßer Straße findet sich rechts vom Rathaus in der Lüneburger Straße eine gut erhaltene Fachwerkzeile aus der Zeit des Wiederaufbaus nach 1646.
Durch den Arkadengang an der Rathausnordseite führt der Weg in die Bahnhofstraße direkt vorüber an der reich verzierten Fachwerkfassade der Ratsweinhandlung. Im Bereich des Erdgeschosses sind Backsteinteile des um 1500 errichteten Bauwerkes erhalten, das wie so viele durch die Brandkatastrophe von 1646 zerstört wurde. Die prächtige Renaissancefassade und das Obergeschoss entstanden im Zuge des Wiederaufbaus im Jahr darauf, der Besucher sollte nicht versäumen, die Balkeninschriften zu lesen.
Auch das Fachwerkhaus rechts neben der Ratsweinhandlung ent­stand 1647, es zeigt einen schmuckreichen Giebel und zwei für die Region so typische "Utluchten".
Folgt man der Bahnhofstraße nach Westen, findet sich an der Ecke zur Ringstraße ein Fachwerkhaus in klassizistischer Bauweise aus dem Jahre 1852, in dem einst Uelzens erste Bürgerschule ihre Unterkunft fand. Geradeaus fällt der Blick auf das historische Kaiserliche Postamt aus dem Jahre 1896. Jetzt wendet sich der Weg nach rechts in die Ringstraße und folgt dem Stadtgraben, dem erhaltenen Überrest der seit dem 18. Jahrhundert geschliffenen mittelalterlichen Befestigung, hier lassen sich zahlreiche Villenbauten des späten 19. Jahrhunderts bewundern. Rechts über die Hoefftstraße führt die Wanderung dann in die Achterstraße, die im späten Mittelalter eine bessere Wohngegend war und nach Uelzens erstem Stadtbrand in erster Linie mit Speichern neu bebaut wurde. Aus dem einstigen Wohnareal wurde eine "achtete", rückliegende, Straße zweiter Ordnung. Zwei der Speicherbauten auf der linken Seite, die in den Jahren 1647 und 1686 eingerichtet wurden, haben den Lauf der Zeiten überstanden. Gegenüber diesen Bauwerken schwenkt der Weg nach links und führt nun durch die Hahnemannsche Twiste über den Hof einer ehemaligen Brauerei, an die die Gaststätte "Altes Bürgerliches Brauhaus" erinnert. Einst hatte das Brauwesen große Bedeutung für Uelzens Wirtschaft.
Eine Durchfahrt entlässt den Wanderer dann hinaus auf die Lüneburger Straße. Genau auf gegenüberliegender Seite des Tores fällt der Blick auf den rekonstruierten Bau des Hotels Stadt Hamburg, das nach dem Brand von 1826 entstand und einen Entwurf des Hannoverschen Hofbaumeisters Georg Laxes darstellt. Hier machte der König von Hannover Station, wenn er zur Jagd in die benachbarte Göhrde reiste. Weiter geht die Wanderung durch Uelzens Vergangenheit links die Lüneburger Straße hinunter in Richtung des einstigen Lüneburger Tores.
Auf der linken Straßenseite direkt an der Einmündung in die Hospitalstraße steht ein auf den ersten Blick unscheinbares kleines Fachwerkhaus, das aber tatsächlich eines der ältesten Bürgerhäuser Uelzens darstellt. Es wurde 1596 errichtet und überlebte die städtischen Brandkatastrophen. Die linke Häuserzeile endet mit einem prachtvoll gestalteten Fachwerkbau, der im Jahre 1647 von einem Stadtarzt errichtet wurde und heute den Uelzener Hof beherbergt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt der Blick auf die Backsteinfassade der Heiligen-Geist-Kapelle, die einst zu einem Hospital gehörte. Erstmals erwähnt wurde der gotische Bau im Jahre 1321, im Jahre 1470 hat man den Chor angefügt. Im Inneren der Kapelle findet sich einer der größten Schätze Uelzens in Gestalt farbenprächtiger Glasfenster, die um 1420 für die gotische Kapelle St. Viti gefertigt wur­den und hier im 19. Jahrhundert in die Fenster der Heiligen-Geist-Kapelle eingefügt wurden. Die nördlich des Lüneburger Tores gelegene St. Viti Kapelle aus der Zeit um 1420 ist heute leider nicht mehr zugängig. Nördlich der Heiligen-Geist-Kapelle biegt der Weg durch das historische Uelzen zwi­schen einem Gebäude mit einer Fassade des späten 19. Jahrhunderts und einem repräsentativen Bau aus dem Jahre 1846 rechts durch eine schma­le Twiete ab. An der rechten Seite dieses Durchganges erkennt man, dass hinter der jüngeren Fassade ein dreigliedriges Gebäude verborgen liegt, dessen mittlerer Teil das älteste Fachwerkhaus Uelzens darstellt, es wurde im Jahre 1594 errichtet. An seiner ehemaligen Stirnseite lässt sich ein mit Schnitzwerk verzierter Eckständer aus dieser Zeit finden. Rechts herumgehend blickt man dann in den Hofbereich dieses Gebäudes, wo sich ein wiederhergestellter Brunnen des späten Mittelalters befindet, der hier bei Ausgrabungen freigelegt wurde.
An seiner Westseite wird die Hoffläche durch einen ansprechenden Neubau begrenzt, der die historischen Dimensionen der mittelalterlichen Bebauung aufgreift. Ausgrabungen haben ergeben, dass zur Renaissancezeit an dieser Stelle eine Töpferei stand. Auf der linken Seite, dem Hofareal gegenüber, liegt ein zweistöckiges Fachwerkhaus aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, das einst zu einem Adelshof innerhalb der städtischen Befestigung gehörte. Jetzt geht es weiter geradeaus auf den Schnellenmarkt zu, dem einzigen regelrechten Platz der Altstadt. Hier wurden vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert Topfmärkte abgehalten. Rechts von diesem Platz zweigt die Doktorenstraße ab. Hier kann man auf der rechten Seite ein kleines Fachwerkhaus des 19. Jahrhunderts finden, das trotz seines unscheinbaren Äußeren Aufmerksamkeit verdient. Es befindet sich nämlich genau an jener Stelle, von der aus der Stadtbrand von 1826 seinen tragischen Verlauf nahm. Der Besitzer des Hauses wurde zu Unrecht als Verursacher der Katastrophe bezichtigt, eine Balkeninschrift klagt das Leid des Unglücklichen. Geradeaus in der Verlängerung des Schnellenmarktes folgt die Wan­derung durch vergangene Zeiten der Schmiedestraße, die gesäumt wird von nach 1826 entstandenen Fachwerkhäusern in klassizistischer Wirkung mit teilweise beachtenswerten Portalen. Von der Schmiedestraße tritt man in die Gudesstraße, vorbei an einem imposanten Fachwerkbau aus der Zeit um 1827, von hier geht es über die Ilmenau, an deren Ostufer ein klei­nes Torwärterhaus steht, hinaus vor das ehemalige Gudestor zur linksseitig gelegenen Gertrudenkapelle. Sie wurde Anfang des 16. Jahrhunderts als Stiftung vor den Toren der Stadt errichtet und diente sowohl als Gotteshaus wie auch als Herberge für Reisende, die nach "Toresschluss" die Stadt erreichten. Nun geht es auf direktem Wege zunächst zurück in die Gu­desstraße und alsbald links ab entlang am Ratsteich, der 1643 am En­de des 30-jährigen Krieges im Zuge von Befestigungmaßnahmen entstand. An der Einmündung des Flussweges erinnern zwei Denkmäler an den Aufstand des 17. Juni 1953 und an die Wiedervereinigung im Jahre 1990, historische Daten, die, für das einst grenznahe Uelzen von besonderer Bedeutung sind. Richtet man nun den Weg am Ende des Ratsteiches wiederum nach rechts, so führt er über Schleuse und Wasserfall in die Mühlenstraße, der man nach links hin folgt. Auf der linken Straßenseite findet sich in den Verlauf der östlichen Stadtmauer eingefügt ein markanter Backsteinbau, die Schaumannsche Villa, die im Jahre 1927 für die Mutter der Bildhauerin und Schriftstellerin Ruth Schaumann errichtet wurde. Folgt der Wanderer von hier aus dem weiteren Verlauf der Mühlenstraße, so gelangt er schließlich wieder zum Herzogenplatz, auf dem sich einst ein herrschaftlicher Wirtschaftshof der Landesherren des Fürstentums Lüneburg befand. Mit dem neuen Rathaus als Verwaltungszentrum des heutigen Uel­zen markiert er architektonisch die Gegenwart und beendet den Rundgang durch die Zeiten.
 
 
 
   
 
 
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